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Kassenbons in umweltfreundlich?

 

Die blauen Kassenbons

 

Bestimmt ist habt ihr ihn schon mal gesehen und sogar in der Hand gehabt. Einen blauen Kassenbon. In immer mehr Geschäften ist er inzwischen zu finden, doch was hat es damit auf sich?

 

Zunächst einmal funktioniert das Bonpapier nach einem ähnlichen Prinzip wie herkömmliches Thermopapier und ist somit auch mit den meisten Druckgeräten kompatibel. Der wichtigste Unterschied ist, dass das blaue Bonpapier keine chemischen Farbentwickler enthält. Diese Farbentwickler sorgen für das Schwarzfärben unter Wärmeeinfluss; hierfür werden klassisch meist Phenole verwendet, die im Verdacht stehen, Krebs erregend zu sein. Bei der blauen Alternative steckt ein physikalisches Prinzip hinter der Bedruckung. Der Aufbau ist recht simpel, unten ist eine Papierschicht, die auf der Oberseite komplett schwarz ist. Darüber befindet sich eine Schicht, die hauptsächlich aus Wachs besteht und viele kleine Bläschen enthält. Diese Bläschen streuen das einfallende Licht, so sieht die Beschichtung blau aus und verdeckt das schwarz darunter. Wird diese Schicht nun im Druckgerät punktuell erhitzt verschwinden hier die Luftbläschen aus der Schicht und sie wird transparent. Da die erhitzen Stellen nun also schwarz erscheinen, ist die Bedruckung wie auf dem klassischen Thermopapier lesbar.

 

 

Die Vorteile der blauen Bons sind, dass sie im Altpapier entsorgt werden dürfen, anders als herkömmliches Thermopapier (gehört in den Restmüll). Somit kann es recycelt werden und bleibt im Papierkreislauf. Aktuell gibt es zwar noch keine genaue Lebenszyklus-Analyse, es ist aber dennoch davon auszugehen, dass der CO2-Fußabdruck des blauen Bons deutlich kleiner ausfällt als der eines herkömmlichen Bons. Der Kontakt zu Lebensmitteln ist beim blauen Bon unbedenklich, da sie keine chemischen Farbentwickler enthalten. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Beständigkeit des Drucks, dieser bleicht auch über Jahre hinweg nicht aus. Allerdings lässt sich die blaue Beschichtung abkratzen und auch Knicke werden sichtbar, da die Bläschen auch mechanisch zerstört werden können. Auch wenn die Bons nass werden, erscheinen sie komplett schwarz und unleserlich. Das ist besonders in der Gastronomie ärgerlich, wenn mit dem Bon abkassiert wird. In diesem Fall können sie aber getrocknet werden, dann ist alles wieder lesbar, das dauert aber ein bisschen. Außerdem sind die blauen Bon Rollen in der Anschaffung noch etwas teurer als die klassische Alternative.

 

 

Die digitale Form

 

Seit der Einführung der Bon Pflicht muss jede/r Einzelhändler*in mit elektronischem Kassensystem Kund*innen direkt mit der Transaktion einen Kassenbeleg ausstellen. Dies muss allerdings nicht in Papierform geschehen. Um das Drucken ungewollter Kassenbons zu vermeiden, können Einzelhändler*innen Kund*innen ihren Bon auch in digitaler Form anbieten. Dieser kann per Mail zugestellt werden oder auch direkt auf das Smartphone geladen werden, allerdings gibt es hierfür leider noch kein einheitliches System. Wenn alle Bons zunächst digital angeboten würden, müssten nur noch die Bons gedruckt werden die wirklich von Kund*innen in Papierform gewünscht werden. Für das Klima wäre das eine gute Option.

 

 

Weitere Infos zum blauen Bon gibt es hier

Weitere Infos zu digitalen Bons gibt es hier

Kontakt

Sarah Meyer-Soylu

sarah.meyer@kit.edu  |  +49 721 608-23993

 

Eva Wendeberg

eva.wendeberg@kit.edu  |  +49 721 608-24841

 

Susanne Veith

susanne.veith@kit.edu  |  +49 721 608-26348

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