Essen To go, ohne müllberge!


Gerade in der Corona-Zeit werden immer weniger Gerichte vor Ort verzehrt, sondern abgeholt oder nach Hause geliefert und müssen somit verpackt werden. Oft fällt dabei sehr viel Verpackungsmüll an. Das hinterlässt bei vielen ein schlechtes Gewissen, der Müll türmt sich und wir schaden der Umwelt. Um das zu vermeiden, möchten wir euch die folgenden Alternativen aufzeigen:

 

  1. Die hygienisch unbedenkliche Befüllung von kundeneigenen Behältern
  2. Gäste füllen sich ihr Essen selbst an z.B. einer "Verpackstation" in eigene Behälter um
  3. Die Nutzung von Pfandbehältern ohne externen Anbieter
  4. Kommerzielle Mehrwegpfandsysteme

1. Die hygienisch unbedenkliche Befüllung von kundeneigenen Behältern

Einige Restaurants machen es schon lange, andere haben aus Unsicherheit während Corona das Befüllen von kundeneigenen, mitgebrachten Behältern eingestellt. ABER, das muss nicht sein! Wenn ein paar einfache Regeln beachtet werden, ist auch diese Variante praktikabel und sicher. Wir erklären euch den Ablauf:

  • Die Kundschaft stellt das mitgebrachte Gefäß geöffnet auf ein eigens dafür vorgesehenes Tablett. Den Deckel behält sie bei sich.
  • Die Gefäße müssen leer und sauber sein! Augenscheinlich verschmutzte Gefäße sollten zurückgewiesen werden, um das Arbeitsumfeld nicht zu verunreinigen.
  • Das Personal nimmt das Tablett, ohne das Gefäß zu berühren, und stellt es in dem dafür markierten Bereich auf der Arbeitstheke ab. Beim Befüllen sollte das Gefäß nicht berührt werden – weder mit Händen, noch Kellen, Löffeln oder Zangen.
  • Bei versehentlich direktem Kontakt sollten Hände und Einfüllhilfen gewaschen werden. Das Personal stellt das Tablett mit dem befüllten Gefäß wieder auf der Theke ab, ohne das Gefäß zu berühren.
  • Die Kundschaft setzt den Deckel auf und nimmt das Gefäß von der Theke.
  • Tablett, Theke und Arbeitsfläche sollten regelmäßig gereinigt und ggf. desinfiziert werden.

(Aus dem „Merkblatt für Verkaufspersonal im Takeaway-Bereich“ von esseninmehrweg.de)



2. Gäste füllen sich ihr Essen selbst an einer "Verpackstation" um

 

 

 

 

Bei dieser Variante bringt die Kundschaft einen eigenen Behälter mit und füllt ihr Essen eigenständig an einem „Umfüllort“ um. Diese Variante ist wahrscheinlich die einfachste Lösung, da sie sehr simpel umzusetzen ist und keine Investitionskosten anfallen oder aufwändige Hygienevorschriften eingehalten werden müssen. Allerdings braucht es einen geeigneten „Umfüllort“ und ein Rückgabesystem für das benutzte Geschirr. Pro Essen wird dann auch ein Spülvorgang für den Betrieb fällig und je nach Essen kann die Ästhetik und die Trennung der Essenskomponenten beim Umfüllen leiden.



3. Die Nutzung von Pfandbehältern ohne externen Anbieter

 

 

 

 

 

Bei der Variante des Mehrwegpfandsystems ohne externen Partner schafft sich der Betrieb passende Essensbehälter an und gibt diese gegen ein Pfand an seine Gäste aus. Ausführliche Informationen zu dieser Lösung können auf der Seite Essen in Mehrweg nachgelesen werden. Der Vorteil hierbei ist, dass durch das Rückgabesystem eine stärkere Kund:innenbindung hergestellt wird und keine Vertragsbindung an einen externen Anbieter entsteht. Allerdings fallen zu Beginn die Anschaffungskosten für die Behälter an und ein Pfandbetrag muss festgelegt werden, der die Verluste bei eventueller Nichtrückgabe abdeckt aber gleichzeitig nicht zu hoch für die Gäste ist. Dieser Punkt kann jedoch mit einem Mehrwegpfandsystem durch einen externen Anbieter umgangen werden.



4. Ein kommerzielles Mehrwegsystem für Essensbehälter

 

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Firmen, die sich des Verpackungsproblems annehmen und für die Gastronomie spezielle Mehrwegbehälter für sowohl Speisen als auch Getränke entwickelt haben. 

 

Die Mehrwegbehälter können im Betrieb gespült und befüllt werden, an die Kund:innen ausgegeben und im gleichen Betrieb oder anderen teilnehmenden Betrieben zurückgegeben werden. Die Gefäße sind langlebig und mit einer Mindestzahl von 200 Nutzungen können sie 199 Einwegverpackungen ersetzen - und das macht sich bemerkbar. 

 

Alle Systeme funktionieren in etwa ähnlich: Das Restaurant lässt sich eine bestimmte Menge an Schalen und/oder Bechern (die auslaufsicher, BPA-frei und mikrowellen-, sowie spülmaschinengeeignet sind) liefern. Kund:innen können die Schalen dann, je nach Anbieter, entweder über eine kostenlose App oder gegen einen Pfandbetrag ausleihen. Anschließend hat die Kundschaft Zeit, die Schale in einem teilnehmenden Betrieb wieder zurückzugeben. Daraufhin wird der Pfand wieder zurückerstattet oder im Falle der Nutzung per App die Schale aus dem eigenen Konto wieder entfernt. Gibt man die Schalen nicht zurück, wird nach einem gewissen Zeitraum ein Betrag (ca. 10 €) fällig und die Schale wird quasi erworben. Bei Bedarf werden jederzeit neue Schalen nachgeliefert oder kaputte Behälter kostenlos zurückgenommen.

 

Uns bekannte Anbieter solcher Systeme sind unter anderem Vytal, Fairbox, Recircle, Tiffin Loop und Rebowl. Dabei unterscheiden sich die genannten Unternehmen zum einen im Handling der Schalenausgabe, zum anderen in den Kostenmodellen. Bei Vytal und Recircle  wird am Ende des Monats nach dem Pay-Per-Use-Prinzip abgerechnet, d.h. pro Befüllung/Nutzung zahlt der Betrieb, je nach Schalengröße 15-20 Cent an den Anbieter. Bei Rebowl, Tiffin Loop und Fairbox hingegen, zahlt der Betrieb eine monatliche Servicegebühr (ca. 20 €), dafür entfallen etwaige andere Gebühren. Finde die passende Lösung für dich, z.B. mithilfe unseres Anbieter-Vergleichs in dieser Power Point Präsentation.

Der Vorteil für die Restaurants:

  • Abrechnung nach Nutzung oder durch Monatsgebühr
  • Bessere Verpackungen: auslaufsicher & wärmeisolierend
  • Auswahl aus einer Vielzahl an Verpackungen mit unterschiedlicher Funktion und Größe
  • Gesteigerte Kund:innenbindung
  • Größere Sichtbarkeit des Betriebs durch entsprechendes Marketing des Anbieters
  • Bei Anbietern mit App macht diese euren Betrieb sichtbar und ihr könnt darüber - wenn ihr wollt - auch die Bestellung und Bezahlung abwickeln!
  • Einige Restaurants in Karlsruhe machen bereits mit, es gibt somit mehrere Rückgabemöglichkeiten z.B. für VYTAL-Schalen
  • Sei ein grünes Vorbild und zeig, dass dir Umweltschutz am Herzen liegt.

Der Vorteil für Gäste:

  • Essen in hochwertiger und dichter Mehrwegverpackung, mikrowellentauglich und BPA-frei.
  • Einfaches Ausleihen & Rückgabe mit App oder gegen Pfand.
  • Umweltfreundlich und mit gutem Gewissen Essen genießen.

Wir haben Vytal für euch getestet und unsere Erfahrungen findet ihr in diesem Video.



Ihr wollt in eurem Betrieb ein Mehrwegsystem einführen oder eure Kund:innen darauf aufmerksam machen, dass man bei euch seine eigenen Behälter befüllen lassen kann? Ihr habt noch Fragen worauf man achten sollte? Dann meldet euch bei uns und wir helfen euch weiter, auch gerne bei der Einführung eines Mehrwegsystems. Zum Ausdrucken und Aufhängen in eurem Betrieb, haben wir für euch ein Merkblatt mit den wichtigsten Infos.

 

Kontakt: sarah.meyer@kit.edu

Kontakt

Sarah Meyer-Soylu

sarah.meyer@kit.edu  |  +49 721 608-23993

 

Eva Wendeberg

eva.wendeberg@kit.edu  |  +49 721 608-24841

 

Susanne Veith

susanne.veith@kit.edu  |  +49 721 608-26348

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